Was ist eine Bonitätsprüfung?
Die Bonitätsprüfung (auch Kreditwürdigkeitsprüfung genannt) ist ein fundamentaler Bestandteil jedes Leasingantrags. Bevor ein Leasinggeber – meist eine Autobank oder eine Leasinggesellschaft – einen Vertrag mit einem Kunden abschließt, muss er sicherstellen, dass dieser finanziell in der Lage ist, die monatlichen Leasingraten über die gesamte Laufzeit hinweg pünktlich zu zahlen. Es handelt sich dabei um eine Risikoeinschätzung zum Schutz beider Parteien: Die Bank schützt sich vor Zahlungsausfällen, und der Verbraucher wird vor einer potenziellen Überschuldung bewahrt.
Der Ablauf der Prüfung
Sobald Sie einen Leasingantrag stellen, willigen Sie in der Regel in die sogenannte Schufa-Klausel ein. Dies erlaubt der Bank, Ihre finanziellen Hintergrunddaten abzufragen. Der Prozess läuft meist vollautomatisiert und in Sekundenschnelle ab, kann bei komplexeren Fällen (z. B. bei Selbstständigen) aber auch eine manuelle Prüfung durch einen Kreditsachbearbeiter erfordern.
Welche Faktoren werden geprüft?
Die Bonitätsprüfung stützt sich im Wesentlichen auf zwei Säulen:
- Die externe Auskunft (Schufa): In Deutschland ist die Schufa die wichtigste Auskunftei. Die Bank prüft hier Ihren Score-Wert. Dieser Wert prognostiziert die Wahrscheinlichkeit, mit der Sie Zahlungsverpflichtungen nachkommen. Gespeichert sind hier Informationen zu bestehenden Krediten, Girokonten, Kreditkarten, aber auch negative Merkmale wie Mahnverfahren oder Vollstreckungsbescheide.
- Die wirtschaftliche Selbstauskunft: Hierbei handelt es sich um die Gegenüberstellung Ihrer Einnahmen und Ausgaben. Als Arbeitnehmer müssen Sie meist die letzten drei Gehaltsabrechnungen vorlegen. Bei der Haushaltsrechnung zieht die Bank von Ihrem Nettoeinkommen pauschale Lebenshaltungskosten und bestehende Verpflichtungen (Miete, andere Kredite) ab. Der verbleibende Betrag – das frei verfügbare Einkommen – muss ausreichen, um die Leasingrate bequem zu decken.
Besonderheiten bei Selbstständigen und Gewerbetreibenden
Für Freiberufler und Unternehmer ist die Bonitätsprüfung oft umfangreicher. Da kein fester Gehaltsnachweis existiert, verlangen Leasinggeber meist eine Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) oder Einnahmen-Überschuss-Rechnungen der letzten ein bis zwei Jahre. Die Bank prüft hierbei die Stabilität und Profitabilität des Geschäftsbetriebs.
Das Ergebnis der Prüfung
Fällt die Prüfung positiv aus, wird der Leasingvertrag genehmigt. Bei einer negativen Bonitätsprüfung (z. B. aufgrund harter Negativmerkmale in der Schufa oder zu geringem Einkommen) wird der Antrag abgelehnt. In Grenzfällen bieten manche Leasinggeber Alternativen an: So kann beispielsweise eine Leasing-Sonderzahlung (Anzahlung) gefordert werden, um das Risiko der Bank zu minimieren und die monatliche Belastung für den Kunden zu senken. Auch die Hinzunahme eines Bürgen mit guter Bonität ist eine mögliche Option, um trotz schwächerer eigener Bonität zum Wunschfahrzeug zu kommen.